Der Stein ist endlich ins Rollen gekommen

Aktueller Status

05.05.2026

  • Die Einreichung des Antrages ist erfolgt.

Allerdings habe ich mir im Jahr 2023 immer gesagt, dass es für mich keinen Sinn ergibt, dort Kurse zu kaufen, aus folgenden Gründen

  • Der Kostenfaktor
    Ich wusste einfach nicht das udemy die Kurse regelmäßig ins Angebot setzt und bin daher davon ausgegangen, dass 100€ für einen Kurs normal sind
  • Die fehlende Zeit
    Ich war 9 Stunden am Tag arbeiten, meistens 6 Tage die Woche und wollte die wenige Zeit, die meine Freundin und ich miteinander haben
  • Die Demotivation nach der Arbeit im Einzelhandel
    Nach der Arbeit war ich körperlich einfach nur schlapp und hatte daher keinen Kopf mehr mir 1-2 Stunden mir das Ohr von einem virtuellen Dozenten abkaufen zu lassen

Und plötzlich änderte sich alles, bis heute weiß ich nicht warum, aber ich habe eine Vermutung:
Es kamen aber doch die Phasen, in der ich Zeit und Lust zum Lernen hatte.
Diese wurden irgendwann so lang, dass mein Wunsch in die Fachinformatik einzusteigen und aus dem Einzelhandel auszusteigen, immer größer wurde.
Am 17.11.2023 tat ich dies auch.

Die Zeit nach der Kündigung

Ich hatte keine Idee, ob ich eine Ausbildung machen sollte oder lediglich irgendwelche Kurse besuchen oder mich privat weiterbilden sollte, in der Hoffnung in einem Unternehmen quer einsteigen zu können.
Mir war nur eins klar: Als Quereinsteiger kann man erfolgreich sein, doch man muss auch ein gewisses Talent und auf jeden Fall ein gescheites Portfolio und da ich das nicht habe, fiel diese Option also schon mal weg.

Ich informierte mich viel im Internet über das Thema Ausbildung in der Fachinformatik, was die Voraussetzungen, welche Erfahrungen die anderen Azubis haben und welche Unternehmen dafür überhaupt in Frage kommen.
Zeitgleich schickte auch schon erste Bewerbungen raus, einmal beim REWE Getränkemarkt, bei meinem guten Freund von damals zu Burger King, zur Fachhochschule Fresenius die... irgendeine Art von Berater suchten, was genau weiß ich gar nicht mehr.
Auch an die Agentur für Arbeit schickte ich eine Bewerbung, da diese ebenfalls eine Stelle als "Kunden"-Berater frei hatten.

Meine erste Pflicht war nun auf jeden Fall, mich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden, das musste ich so oder so machen, ob ich nun ein genaues Ziel hatte oder nicht.
Drei Tage nach der Meldung, dass ich arbeitslos bin, erhielt ich eine E-Mail von der Agentur für Arbeit mit einem Termin, der leider noch zwei Wochen hin war - Dieser Termin war am 01.12.2023 um 11:00 Uhr um genau zu sein.

(Eine lustige Anekdote dazu: Als ich an besagtem Tag in der Agentur für Arbeit ankam, hatte ich keinerlei Informationen. Ich wusste nicht, welchem Berater ich zugewiesen war, und ich kannte auch nicht den Raum, in dem das Gespräch stattfinden sollte. Die Dame am Empfang war ebenso verwirrt wie ich, denn sie hatte es noch nicht erlebt, dass ich keinen Brief mit allen Informationen erhalten hatte, sondern lediglich eine E-Mail, in der nichts vermerkt war - Mir sollte erst im Laufe des Termins klar werden, wieso meine Frau Beraterin mir keinen Brief geschickt hat.)

Der erste Termin bei der Agentur für Arbeit

Vielleicht könnt ihr nachvollziehen, dass ich mit einer gewissen Nervosität zu dem Termin ging: Ich wollte mit meinem Berater sprechen und meine Wünsche äußern, hatte allerdings im Hinterkopf den Gedanken fest verankert, dass ich nichts Konkretes vorzuweisen habe.
Mir war klar, dass die Arbeitsagentur skeptisch sein würde, mir entgegen zu kommen, da ich aus dem Einzelhandel komme und in der Gastronomie gelernt habe. Beide sind Branchen, die stark unterbesetzt sind und dringend nach Arbeitskräften suchen.
Also hatte ich durchaus Bedenken oder besser gesagt, eine kleine Angst, dass die Agentur für Arbeit mich direkt wieder in die Gastronomie zurückverweisen würde, ohne mir eine Chance in einem anderen Bereich zu geben.

Zu meiner sehr großen Überraschung bekam ich jedoch keine Absage. Die Beraterin, war äußerst kompetent und schien schnell zu erkennen, dass ich bereits Erfahrungen im IT-Bereich gesammelt hatte.
Ich weiß nicht, ob sie selbst aus der IT kommt oder ob ihr Ehemann in dieser Branche tätig ist, aber sie hatte auf jeden Fall Erfahrung. Das merkte ich auch daran, dass sie genau wusste, wovon ich sprach, als ich einige grundlegende Begriffe wie PHP, MySQL, HTML und Python erwähnte.

Zu meiner großen Überraschung ging sie auch sehr ausführlich auf diese Themen ein und bat mich, solche Bootcamps die auf Instagram, YouTube und co. beworben werden, in Ruhe zu lassen, weil diese nur falsche Erwartungen und Hoffnungen mit sich bringen.
Statt mich zurück in die Gastronomie/den Einzelhandel zu schicken oder mich zu ermahnen, dass diese Branchen stark unterbesetzt sind, entwickelte sich das Gespräch in eine positive Richtung.
Sie machte mir deutlich, dass sie mich versteht und mir eine Chance geben möchte und mir keine direkte Absage erteilt, also gab sie mir einen Termin beim Bildungswerk in Wiesbaden.
Zuerst war ich ehrlich gesagt überrascht, dass sie mir diesen Termin gab, denn mir war durchaus bewusst, dass das Bildungswerk die Menschen unterstützt, die Schwierigkeiten haben, zurück in die Arbeitswelt zu finden oder sich wieder einzugliedern.

Die Gedankengänge meiner Beraterin

Sie begann zu erklären, mit welchen Erwartungen sie mich zum Bildungswerk schickt - Diese waren nicht, dass ich Beruf finde, denn wir wussten beide, dass ich mit meinen aktuellen Erfahrungen schlechte Karten habe - Sie schickt mich unter anderem zu Bildungswerk, damit ich ein Praktikum absolvieren kann und ich mich mit meinem Berater vom Bildungswerk auseinandersetzen kann, welcher selbst aus der Branche kommt und weiß wie der Hase läuft. Sie wird mir extra einen Berater zuteilen, der mich verstehen wird, sie wusste auch schon an wen sie mich schicken wird.

Kurz gesagt: Ein Beweis der Motivation

Sie hat gemerkt, dass ich Erfahrungen habe und glaubt an mich, sonst würde mir direkt eine Absage erteilen, aber sie braucht bitte noch eine Sicherheit und deswegen das Praktikum:
Das Praktikum soll beweisen, dass ich definitiv motiviert bin und um den Beweis schön zu schmücken, soll ihr das der Berater vom Bildungswerk bestätigen.

In diesem Zusammenhang erzählte sie, dass sie schon viele "Kunden" gehabt hat, die eine Umschulung finanziert bekommen haben wollten (Sie ging davon aus, dass die meisten es nur wegen des Geldes und der Möglichkeit für Homeoffice machen wollten), aber die Umschulung doch nach 4 Wochen wieder abgebrochen haben.
Sie musste schon die Verantwortung tragen, wieso sie "das Geld aus dem Fenster wirft", besonders weil Papa Staat der Agentur für Arbeit zu diesem Zeitpunkt ordentlich Druck gemacht hat.

Mein Fazit nach dem Termin

Ich ging mit gemischten Gefühlen aus dem Termin raus.
Auf der einen Seite war ich sehr froh, dass sie mir keine Absage erteilt hat, aber auf der anderen Seite war es für mich komisch, dass ich noch Bildungswerk muss und das sie mir keinen konkreteren Plan mit gegeben hat, schließlich bin ich zu diesem Termin gegangen in der Hoffnung, dass wir an konkreten Plan finden.

Heute weiß ich: Unwissenheit ist nicht immer ein Segen

Mittlerweile weiß ich, dass ich einfach nichts begriffen habe, von dem was sie mir erklärt hat, nicht begriffen habe, warum sie mich zum Bildungswerk schickt, nicht begriffen habe, dass ich eine schon zu diesem Zeitpunkt eine halbe Zusage für meine Umschulung bekommen habe.
Heute bin ich sehr froh das ich endlich verstanden habe, dass der Termin so gut gelaufen, wahrscheinlich hätte besser gar nicht laufen können und sie den Stein dadurch ins Rollen gebracht hat.
Ich bin froh, so eine kompetente Beraterin erwischt zu haben - Eine Beraterin, die er mich geglaubt hat und mich innerhalb dieses doch sehr kurzen Termins auf die Reise in meine Zukunft geschickt hat, eine Zukunft, die ich nie wieder loslassen werde.